Nahaufnahme eines Jungen, der entspannt in einem Sessel sitzt und lächelnd ein Smartphone im Querformat hält. Er ist sichtlich in ein Video oder ein Spiel vertieft. Das Bild illustriert selbstbestimmten Medienkonsum bei Kindern, die Faszination digitaler Unterhaltung und die Bedeutung von Bildschirmzeit im modernen Kinderalltag. Es symbolisiert digitale Freizeitgestaltung, die Notwendigkeit von Medienkompetenz und die Beratung des Psychosozialen Gesundheitszentrums zur Begleitung von Kindern in der digitalen Welt sowie zur Balance zwischen Online- und Offline-Aktivitäten.
Kanton Zug Logo

Wie kriege ich mein Kind vom Bildschirm weg?

Smartphones haben eine starke Sogkraft. Kinder können sich deshalb oft nur schwer von Games, Social Media oder Videos lösen. Hier findest du Tipps, wie du Diskussionen zur Medienzeit und Streit geschickt umgehen kannst. 

Streit wegen der Bildschirmzeit? Das muss nicht sein

Vor dem Kauf des ersten Smartphones scheint alles ganz einfach. Die Eltern nehmen sich vor, mit Regeln für Klarheit bei der Mediennutzung zu sorgen und die Bildschirmzeit ihres Kindes konsequent durchzusetzen. Doch dann beginnen die Diskussionen beim Ablauf der Medienzeit: Dein Kind möchte weiterspielen, weil das Game so viel Spass macht. Oder es bettelt darum, «nur noch eine weitere Folge» sehen zu dürfen. Der Streit ist vorprogrammiert. Doch das muss nicht sein. Unter «Inputs» findest du Strategien, die im Alltag funktionieren und für Kinder gut umsetzbar sind.

Vor dem Kauf des ersten Smartphones scheint alles ganz einfach. Die Eltern nehmen sich vor, mit Regeln für Klarheit bei der Mediennutzung zu sorgen und die Bildschirmzeit ihres Kindes konsequent durchzusetzen. Doch dann beginnen die Diskussionen…

Inputs

  • Die Zeit danach planen

    Besprich mit deinem Kind schon vor dem Gamen, wie es danach weitergeht. So gibt es eine klare Vereinbarung, auf die du dich später beziehen kannst. Vielen Kindern fällt das Aufhören schwer, weil sie nicht wissen, was als nächstes kommt.

    Nahaufnahme einer intensiven Beratungssituation: Eine Beraterin mit lockigem Haar blickt einer jungen Person in einem lila Hoodie tief und einfühlsam in die Augen. Die junge Person hält sich die Hand an die Stirn, was auf Stress, Überforderung oder tiefe Trauer hindeutet. Das Bild illustriert professionelle psychosoziale Hilfe, die Krisenberatung für Jugendliche und den geschützten Raum für emotionale Entlastung. Es symbolisiert Empathie, das Ernstnehmen von Sorgen und die Arbeit des Psychosozialen Gesundheitszentrums als erste Anlaufstelle bei psychischen Belastungen und Lebenskrisen.
  • Mit Ankündigungen Brücken bauen

    Wenn dein Kind vertieft spielt, braucht es eine Übergangsphase. Kündige rechtzeitig an, wann die Spielzeit endet, und frage nach, wie lange die aktuelle Runde noch dauert. Besonders bei Onlinespielen mit Freundinnen und Freunden ist ein sofortiger Ausstieg oft nicht möglich. Setz dich kurz dazu oder gib ein stilles Signal, so gelingt der Ausstieg achtsamer.

    Ein junges Mädchen in einem lila Hoodie liegt auf ihrem Bett und starrt gebannt auf ihr Smartphone. Im unscharfen Hintergrund steht eine Frau im Türrahmen und beobachtet die Szene mit einem besorgten und skeptischen Gesichtsausdruck. Das Bild illustriert Konflikte um die Handynutzung bei Teenagern, die emotionale Entfremdung durch übermäßigen Medienkonsum und die elterliche Sorge um die digitale Sicherheit. Es symbolisiert die Kluft zwischen der digitalen Welt der Jugendlichen und der analogen Realität der Eltern.
  • Wut aushalten

    Es gibt Situationen, in denen alle Tricks versagen. Dann gilt es, die Frustration oder die Wut deines Kindes möglichst gelassen auszuhalten. Du kannst dein Kind nach seinem Protest ablenken und ihm Alternativen anbieten.

    Ein Kind sitzt mit eingezogenen Knien und gesenktem Kopf auf einem Sofa und wirkt bedrückt, während im Vordergrund eine Frau mit ausladenden Handgesten spricht. Die Szene illustriert einen Erziehungskonflikt, Gefühle von Unverständnis und emotionale Belastung in der Familie. Es symbolisiert die Herausforderungen der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern sowie den Bedarf an Strategien zur gewaltfreien Kommunikation und Deeskalation.
  • Mit Erklären warten

    Manchmal haben Eltern das Gefühl, das Kind müsse verstehen können, warum jetzt mit der Medienzeit Schluss ist. Im Konflikt kannst du dieses Verständnis nicht erwarten. Warte mit Erklären, bis sich die Gemüter beruhigt haben. 

    Eine Frau in einer weißen Bluse kniet einfühlsam vor einem kleinen Mädchen, das traurig auf einem Bett sitzt. Die Frau hält sanft die Hände des Kindes und sucht den Blickkontakt auf Augenhöhe. Das Bild illustriert eine professionelle psychosoziale Beratung, die Begleitung in schwierigen Lebensphasen und das Thema Kinderschutz. Es symbolisiert Empathie, das Schaffen eines sicheren Raums für Gespräche und die emotionale Unterstützung bei Sorgen oder Traumata.

Weiterführende Informationen

Artikel

Video zu «Was mache ich wenn mein Kind immer on ist?»

Die Mediencoaches Kristin Langer und Dr. Iren Schulz beantworten Fragen zur Mediennutzung in Familien.

Artikel

Digitale Spiele analog spielen

Analoge Spiele wieder schmackhaft zu machen und die digitale Version mit der analogen Version zu vergleichen.

Wissenschaft to go

Kinder befolgen Regeln, wenn sie echte Fürsorge spüren

Kinder- und Jugendpsychologinnen und -psychologen sind sich einig: Kinder befolgen Regeln und akzeptieren ein «Nein» eher, wenn sie spüren, dass dahinter echte Fürsorge und nachvollziehbare Gründe stehen und nicht bloss eine elterliche Laune oder reiner Durchsetzungswille.

Entdecke verwandte Themen für einen besseren Umgang mit digitalen Medien.